Bauchspeicheldrüsen-eingriffe

Bauchspeicheldrüsentumore treten in den westlichen Industrienationen immer häufiger auf. Man rechnet, daß es in der Bundesrepublik Deutschland jährlich 7000 – 10000 Menschen an Bauchspeicheldrüsentumoren neu erkranken!

Die Gründe für diese Erkrankung sind nach wie vor ungeklärt. Es gibt lediglich Hinweise, daß Patienten mit einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Raucher häufiger einen Bauchspeicheldrüsentumor (Pankreas Karcinom) entwickeln. Nur eine kleine Gruppe von Patienten leidet an einer vererbbaren, chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, die sehr häufig zu einer bösartigen Erkrankung im Bereich der Bauchspeicheldrüse führen kann (hereditäre Pankreatitis). Sollten in Ihrer Familie ein oder mehrere Verwandte an einem Bauchspeicheldrüsentumor erkrankt sein, so wäre dies ein erster Hinweis, daß in Ihrer Familie eine solche vererbbare (genetische) Veränderung vorliegt. Bitte informieren Sie hierüber Ihre behandelnden Ärzte.

Patienten mit Bauchspeicheldrüsentumoren haben selten Beschwerden. Erstes Anzeichen für ein bösartiges Wachstum im Bereich des Bauchspeicheldrüsenkopfes ist häufig die sog. schmerzlose „Gelbsucht“. Sie haben bei sich möglicherweise bemerkt, daß Sie plötzlich gelbe Augen bekamen, sich Ihre Haut gelb und bräunlich verfärbte und Sie sich häufig kratzen mußten. Ihr Urin war dunkelbraun. Dies können erste Anzeichen einer sog. schmerzlosen Gelbsucht (schmerzloser Ikterus) sein.
Auch Gewichtsabnahme und Verdauungsbeschwerden werden häufig als erste Beschwerden angegeben, wohingegen Schmerzen eher selten sind.

Wie wird ein Bauchspeicheldrüsentumors behandelt?

Vor 20 bis 30 Jahren war die Prognose (die Zukunftserwartung) der Patienten mit Bauchspeicheldrüsentumoren außerordentlich schlecht. Durch neuere und sichere Operationsverfahren bzw. durch eine Mehrschrittherapie (multimodale Therapie aus Operation und Chemotherapie konnte in den letzten Jahren die Prognose deutlich verbessert werden.

Operation:

Die meisten Tumoren der Bauchspeicheldrüse befinden sich im Bauchspeicheldrüsenkopf. Um den Tumor radikal zu entfernen, muß eine sog. Whipple´sche Operation durchgeführt werden.
Bei der Whipple´schen Operation (partielle Duodenopankreatektomie) wird der Bauchspeicheldrüsenkopf, der Zwölffingerdarm, die Gallenblase und der Gallengang entfernt. Ebenso führen wir eine ausgedehnte Entfernung der Lymphknoten in diesem Bereich durch, um sicherzustellen, daß keine weiteren Tumorzellen in den Lymphknoten verbleiben.
Bei der klassischen Whipple´schen Operation wird ebenso ein Teil des Magens entfernt. Dies ist jedoch nur bei ausgedehnten Tumoren notwendig. Wir bevorzugen jedoch in aller Regel die magenerhaltende Whipple´sche Operation (pyloruserhaltende Whipple´sche Operation). Dabei wird, wie der Name schon sagt, der gesamte Magen erhalten, was für die spätere Lebensqualität durchaus sinnvoll ist, da die Patienten in aller Regel das Essen besser vertragen und verdauen können.
Diese sehr große Operation kann nur durchgeführt werden, wenn der Tumor nicht in große Bauchvenen oder -arterien eingebrochen ist und nicht zu bösartigen Absiedelungen (in aller Regel in der Leber) geführt hat. Ebenso wichtig ist, daß der Patient in einem guten Allgemeinzustand ist, der es ihm erlaubt diese große Operation gefahrlos durchzustehen.
Die folgenden Skizzen zeigen Ihnen, welche Teile des Magendarmtraktes bei der pyloruserhaltende Whipple´sche Operation entfernt werden müssen.

            Entfernung Pankreaskopf 1 Rekonstruktion Pankreaskopf 2
1. Entfernung des Pankreaskopfes und 2. Rekonstruktion
 Zwölffingerdarms  

 

Weitere Informationen zu diesem komplexen Krankheitsbild finden Sie im Downloadbereich Patienteninformation – Patienteninformation Pankreastumor